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Miet- und Wohneigentumsrecht

Abberufung WEG-Verwalter – Missbräuchliches Verlangen eines Vollmachtsnachweises

1 Min. Lesezeit 08.06.2011
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Das Amtsgericht Moers hat mit Urteil vom 28.01.2011, Az. 564 C 41/09 entschieden, dass das Verlangen eines Vollmachtsnachweises in Form einer schriftlichen Vollmachturkunde gegenüber dem Vertreter eines Wohnungseigentümers in der Wohnungseigentümerversammlung, einen Pflichtverstoß des WEG-Verwalters darstellen kann.

Dies gilt insbesondere dann, wenn der Vertreter bereits mehrfach als Vertreter des entsprechenden Wohnungseigentümers aufgetreten ist, ohne dass der WEG-Verwalter einen Nachweis verlangt hat.

Der Pflichtverstoß ist dann auch geeignet, die Abberufung des Verwalters aus wichtigem Grund zu rechtfertigen.

Aus § 174 BGB ergibt sich zwar, dass der Verwalter den jeweiligen Vertreter zur Vorlage der Vollmacht auffordern kann, unter Umständen sogar muss, um ein wirksames Zustandekommen von Beschlüssen der Wohnungseigentümerversammlung zu gewährleisten.

Dies gilt jedoch nicht, wenn der Vertreter den Wohnungseigentümer bereits mehrfach in der Wohnungseigentümerversammlung vertreten hat und damit die Vertretung bekannt war.

Unter diesen Voraussetzungen ist das Verlangen des Verwalters, eine Vollmacht vorzulegen rechtsmissbräuchlich und zu dem geeignet, das Vertrauensverhältnis zwischen Wohnungseigentümern und Verwalter zu zerstören, sodass der Wohnungseigentümergemeinschaft eine Fortsetzung des Verwaltervertrages nicht zugemutet werden kann.

vgl. Amtsgericht Moers, Urteil vom 28.01.2011, Az. 564 C 41/09

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Rechtsanwalt Sven Siegrist, Schwetzingen

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